
Das ist der Satz, den ich in meiner Praxis am häufigsten höre. Meistens kommt er beiläufig, am Ende eines Gesprächs, wenn es eigentlich um etwas
anderes ging. Und fast immer folgt darauf ein zweiter Satz: „Aber das ist ja normal in meinem Alter.“ Oder: „Bei dem Job muss man sich nicht
wundern.“
Ich glaube, dass der zweite Satz der gefährlichere ist. Nicht, weil er falsch wäre – oft stimmt er ja. Sondern weil er die Sache für erledigt erklärt. Wenn
Müdigkeit eine Eigenschaft ist, muss man nichts tun. Wenn sie eine Rechnung ist, schon.
Und sie ist eine Rechnung.
Dein Körper hat keinen separaten Topf für Müdigkeit und einen anderen für Infektabwehr. Es ist derselbe Topf.
Gewebe reparieren, Zellen erneuern, eine Immunantwort hochfahren – das sind alles energieintensive Vorgänge, die Baustoffe brauchen und
Zeitfenster. Der Körper lässt sie nicht dauerhaft laufen. Er priorisiert: erst die akute Anforderung, dann alles andere.
Wer also seit Monaten im Anforderungsmodus läuft, ist nicht nur müde. Er hat gleichzeitig weniger Reserve für die Abwehr – weil beides aus
demselben Budget bezahlt wird. Deshalb ist es kein Zufall, dass Menschen, die erschöpft sind, im Winter jeden Infekt mitnehmen. Es ist dieselbe
Rechnung, einmal als Müdigkeit und einmal als Halskratzen.
Und deshalb wird man auch nicht mitten im Projekt krank, sondern am ersten Urlaubstag. Der Körper wartet, bis die Anforderung wegfällt – und holt
sich dann, was er braucht.
Zwischen September und November kommen drei Posten dazu, die alle in dieselbe Richtung ziehen:
- Das Licht wird weniger. Licht ist der wichtigste Taktgeber für deine innere Uhr. Weniger Morgenlicht bedeutet ein schwächeres Signal zum
Hochfahren – und einen Rhythmus, der leiser wird.
- Die Temperatur schwankt. Dein Körper muss wieder aktiv Wärme halten. Das kostet, auch wenn man es nicht spürt.
- Dein Kalender ändert sich nicht mit. Nach den Ferien laufen die Projekte an, der Herbst ist in vielen Berufen die dichteste Zeit des Jahres. Der
biologische Takt verschiebt sich, der soziale nicht.
Und dann kommt, ausgerechnet jetzt, die Infektsaison obendrauf.
Im Oktober liegen in jeder Drogerie die Regale voll. Zink, Vitamin C, Echinacea, Kapseln mit vielversprechenden Namen. Die Logik dahinter: Wenn das
Immunsystem schwach ist, muss man ihm etwas geben.
Das Bild stimmt nur halb. Dein Immunsystem ist kein Muskel, den man auf Zuruf anspannt. Es ist ein Stoffwechselprozess, der zwei Dinge braucht:
Baustoffe und Kapazität. Und wenn du nicht weißt, woran es gerade fehlt, kaufst du auf Verdacht.
Die bessere Frage lautet deshalb nicht „Was kann ich nehmen?“, sondern:
Wie sieht mein Konto gerade aus – und wovon habe ich zu wenig?
Beides lässt sich beantworten, und zwar in Zahlen.
Die Einnahmenseite sind deine Baustoffe: Vitamin D, der Eisenspeicher, Zink, Selen, aktives B12. Diese Werte sagen dir, ob überhaupt Material da ist.
Und sie überraschen häufiger, als man denkt – vor allem, weil ein Wert im Referenzbereich nicht automatisch ein guter Wert ist. Referenzbereiche
beschreiben, was häufig ist. Nicht, was optimal wäre.
Die Ausgabenseite ist deine Regulationslast. Wie viel Spielraum hat dein vegetatives Nervensystem gerade? Kommt es nachts überhaupt in die
Erholung, oder läuft es auf Betriebstemperatur weiter? Das zeigt die Herzratenvariabilität – die Schwankung zwischen zwei Herzschlägen. Je größer
der Spielraum, desto anpassungsfähiger dein System.
Ein starres Herz ist deshalb kein ruhiges Herz. Es ist ein Herz, dessen Regulation eingeengt ist.
Das Entscheidende: Erschöpfung gewöhnt sich ein. Wer seit zwei Jahren müde ist, hält das irgendwann für seinen Normalzustand. Eine Messung tut
das nicht.
Bevor es um Labor und Praxis geht – diese drei kosten nichts und wirken ab dem ersten Tag:
1. Licht am Morgen. Zehn Minuten draußen, sobald du wach bist. Nicht am Fenster, Glas filtert genau das heraus, worauf es ankommt. Auch bei
Regen: Ein grauer Morgen im Freien ist um ein Vielfaches heller als jede Lampe in deiner Küche.
2. Länger ausatmen als einatmen. Vier Sekunden ein, sechs bis acht Sekunden aus, fünf Minuten lang. Die Ausatmung ist der Teil, der
parasympathisch wirkt – das ist die schnellste Stellschraube, die du hast. Am besten abends.
3. Abstand zur Nacht. Die letzte größere Mahlzeit möglichst drei Stunden vor dem Schlafen. Verdauung und Tiefschlaf konkurrieren um dieselbe
Nacht.
Keine dieser drei Maßnahmen ist spektakulär. Alle drei kosten Konsequenz – und genau deshalb wirken sie, wenn man sie tatsächlich macht.
Am Mittwoch, 23. September: Gesundheitswecker
Beim Gesundheitswecker, meinem monatlichen Webinar, gehen wir genau diesen Weg gemeinsam durch:
welche Werte im Herbst tatsächlich etwas aussagen – und welche du dir sparen kannst
woran du merkst, dass deine Regulationslast zu hoch ist, bevor der erste Infekt kommt
wie ein realistischer Plan für die nächsten zwölf Wochen aussieht, der auch im November noch hält
und deine Fragen, mit Zeit dafür
Mittwoch, 23. September 2026 · kostenfrei · Anmeldung über die Website.
Wer live dabei ist, bekommt außerdem einen Zugang zur Praxisaktion, den es sonst nicht gibt.
Der JAGO Healing™ Immun-Check Herbst läuft noch bis zum 30. September. Drei Stufen von der Basisanalyse bis zur vollständigen
Standortbestimmung mit HRV-Messung, ab 229 € – inklusive Blutentnahme, Befundbesprechung und schriftlicher Empfehlung. Ein Preis, eine
Rechnung, kein Rateraten.
Möchtest du im Anschluss weitergehen, fließt der volle Betrag in deine 3-Monats-Begleitung ein. Du fängst dann nicht neu an, sondern machst weiter.
Termin vereinbaren: 06235 – 455 2665 oder info@jagohealing.com
Ein Vitamin-D-Wert im September sagt dir, wo du in den Winter startest. Im Februar sagt er dir nur noch, was gewesen wäre.
Die hier beschriebenen Untersuchungen sind Teil meiner heilkundlichen Arbeit als Heilpraktikerin und dienen deiner persönlichen Standortbestimmung. Sie ergänzen eine ärztliche Behandlung, treten aber nicht an ihre Stelle. Wenn du bereits in Behandlung bist, beziehen wir das selbstverständlich mit ein. Anhaltende Erschöpfung gehört in jedem Fall abgeklärt – sprich mich gern an, dann schauen wir gemeinsam, was der nächste sinnvolle Schritt ist.
Jasmin Godon
Heilpraktikerin, Osteopathin und Medical Coach
JAGO Healing™ – Ganzheitliches Gesundheitszentrum
Otto-Dill-Straße 6, 67141 Neuhofen
06235 – 455 2665 · info@jagohealing.com
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